Freier Verband zeigt Großinvestoren die Rote Karte

Lübeck (12.Oktober 2018). Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte(FVDZ) hat auf der 
Eröffnung der Hauptversammlung (HV) in Lübeck ein klares Zeichen gesetzt und von 
Fremdinvestoren betriebenen zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren(MVZ) die 
Rote Karte gezeigt. 
Damit wurden auch die Politik und insbesondere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn 
(CDU) im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum Terminservice- und Versorgungsgesetz 
(TSVG) zu Korrekturen aufgefordert.„Noch haben wir es selbst in der Hand, die Zukunft 
unserer Berufsausübung zum Wohl unserer Patienten selbst zu gestalten, nämlich entweder 
als Erfüllungsgehilfen einer desolaten Politik und als Handlanger vonGewinnmaximierern 
oder aber als freie selbstbestimmte Ärzte und Zahnärzte im Dienst unserer Patienten“, 
erklärte der Bundesvorsitzende des FVDZ, Harald Schrader. 
Die HV wurde von Dr. Heiner Garg, Minister für Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren 
des Landes Schleswig-Holstein, eröffnet: „Die Veränderungen in der Arbeitswelt und die 
Anforderungen der nächsten Generation stellen das bewährte System der Freiberuflichkeit 
vor neue Herausforderungen.“ Das Kernthema der diesjährigen Hauptversammlung sei 
daher sehr gut gewählt,für die Sicherung der Versorgung in der Fläche sei es notwendig, 
dass aus der ärztlichen Selbstverwaltung heraus Lösungen für diese Herausforderungen 
diskutiert werden. „Die Forderung der Zahnärzte nach einer stärkeren Regulierung 
arztgruppengleicher MVZteile ich. Wir können nicht zulassen, dass zu Lasten einer 
flächendeckenden Versorgung Finanzinvestoren im großen Stil aus Renditeerwägungen 
Arztsitze aufkaufen und die Bildung großer Ketten forcieren“, sagteGarg. 
Im Festreferat sprach Prof. Dr. Jürgen Wasem zum Thema:„Der selbstständige 
freiberufliche Vertragszahnarzt aus ökonomischer Perspektive“. Er folgerte, dass der 
Gesetzgeber auf „gleichlange Spieße“ zwischenfreiberuflichen Vertragszahnärzten und MVZ 
achten sollte. 

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Minister Garg, Prof. Dr. Wasem 
und dem Bundesvorsitzenden auch Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der 
Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung(KZBV), sowie Dr. Peter Engel, Präsident der 
Bundeszahnärztekammer (BZÄK),teil. 
Es bestand Konsens, dass der Berufsstand am Scheideweg steht, aber dass sich der FVDZ 
gemeinsammit KZBV und BZÄK für eine wohnortnahe, hochqualitative und flächendeckende 
Versorgung der Patienten einsetzen will und die ethisch-moralischen Werte der 
Zahnheilkunde nicht dem Investorenmodell preisgeben wird. 
Bei der dreitägigen Hauptversammlung widmen sich die Delegierten in ihren Debatten neben 
der Kampagne des Verbandes gegen die Ausbreitung von Fremdinvestoren in der 
Zahnmedizin auch der Telematikinfrastruktur sowie dem Thema Freiberuflichkeit .

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